So achtsam und liebevoll geschrieben….

Anselm Grün

6 Std. ·

Liebe Facebookfreunde!

Da gerade der Corono-Virus in aller Munde ist und nun auch Deutschland erreicht hat, möchte ich Euch ein paar Gedanken dazu schreiben. Die Epidemie ist für mich auch eine spirituelle Herausforderung. Wir Deutschen sind manchmal zu stolz und meinen, uns könne dieser Virus nichts anhaben. Die Regierung in Taiwan hat es fertig gebracht, trotz der Nähe zu China den Virus einzudämmen. Außer 42 Fällen ist keine neue Erkrankung mehr festzustellen. Sie haben dort zwei Mottos, die nicht nur von den Christen, sondern auch von der ganzen Bevölkerung getragen werden: „Ich schütze mich, um Dich zu schützen.“ Der Selbstschutz ist also nicht aus Egoismus, sondern auch Verantwortung für den andern, letztlich aus Nächstenliebe geboten. Das andere Motto: „Ich bin ok, daher kaufe Du erst einen Mundschutz.“ Die Menschen treten zugunsten schwacher Menschen zurück und lassen ihnen den Vortritt, um einen Mundschutz zu kaufen. Inzwischen hat die Regierung geregelt, dass jeder in der Woche nur 3 Mundschutzmasken kaufen kann. So wird alles gerecht geregelt.

Die chinesische Regierung ist darauf neidisch und verbreitet im Internet falsche Nachrichten, dass die Regierung von Taiwan dadurch nur viel Geld verdienen möchte.
Man sieht also, wie man auf die Epidemie antworten kann: nur mit autoritären Mitteln wie China oder mit christlichen Grundhaltungen der Nächstenliebe, wie es Taiwan versucht. So geht es nicht um Panikmache, sondern um ein achtsames Umgehen, damit wir uns schützen, um andere zu schützen, dass wir uns Mühe geben, damit andere von Mühen befreit werden.

So wünsche ich Euch, dass diese beiden Grundsätze auch Euch im Umgang mit der Epidemie prägen. Dann könnte die Epidemie die ganze Gesellschaft erziehen und ihr wieder christliche Werte nahe bringen.
Euer P. Anselm